Mittwoch, 20. April 2011

Diagnose: Erschöpfungszustand

Gestern morgen wache ich auf und kann kaum aufstehen. Um mich herum dreht sich alles, nur sehr schwankend kann ich mich vorwärts bewegen. Was ist das nun wieder? Ständig muss ich mich hinlegen, das schwindelige Gefühl verlässt mich auch im Laufe des Tages nicht. Entweder ich muss ich mich irgendwo festhalten oder am besten stehe ich gar nicht erst auf. Einer unguten Intuition folgend, es könnte vielleicht noch etwas mit einer länger zurückliegenden Ohren-"Geschichte" zu tun haben, bin ich zum Arzt gestiefelt. Die Ohren sind ok, die Augen sind ok, der Blutdruck ist ok, eigentlich ist ALLES ok, was körperlich in irgendeiner Weise Schwindel auslösen kann. "Haben Sie derzeit vermehrt mit Stresssituationen zu kämpfen?" fragt mich die Ärztin. Ich muss mich zusammen reißen, dass ich nicht auch noch ihr anfange die Ohren vollzujammern, so wie ich es eigentlich bei fast jedem tue, der mir momentan unter die Fittiche kommt. Also antworte ich schlicht: "Ja, könnte man so sagen". Das ist dann auch der Moment, in dem ich abschalte. Ich habe keine Lust auf neunmalkluge Ratschläge wie: "versuchen Sie, den Stress so weit wie möglich zu reduzieren". Wenn das ginge, hätte ich wohl erst gar keinen. Ich lese nur noch, wie die Ärztin in meiner Kartei notiert: "Diagnose: Erschöpfungszustand". Klingt doch toll, oder. Ist ja nicht so, dass ich das nicht selber wüsste. Nur ändern kann ich es einfach nicht. Gestern war ich -dank des Schwindels- gezwungen, mich auszuruhen. Zumindest im körperlichen Sinne, denn ich musste ja viel liegen. Heute, wo es nur wieder etwas besser geht, bin ich wieder die ganze Zeit auf den Beinen. Ich kann einfach nicht anders. Ich kann mich nicht ausruhen. Sobald ich die Beine hochlege, fühlt es sich an, als würden tausend kleine Männchen in meinem Körper umherirren die mir zurufen: "Los, Steh auf! Du musst etwas tun! Tu dies, tu das! Tu IRGENDWAS!".

Mein Mann hat gesagt, ich soll über Ostern wieder nach Büsum in die Wohnung fahren. Einfach nur für mich sein, ganz allein. Ausruhen, Kraft tanken, den Kopf frei kriegen. Einerseits klingt das SO verlockend, und so einfach. Andererseits lässt nur der Gedanke daran schon Panik in mir aufsteigen. Ganz allein, ohne Mann und ohne Kind, ohne Basteltisch, ohne Internet. WAS SOLL ICH DA MACHEN???? Ausruhen. Wenn ich nur wüsste, wie...

Ich bin selber gespannt, wie ich mich entscheide. Wenn ihr über Ostern nichts von mir lest, bin ich entweder in der Klapse oder in Büsum!

Danke fürs Lesen. Frust von der Seele schreiben tut manchmal soooo gut.

Kommentare:

  1. Hallo Liebes mal dicke Umarm,habs auf der Elfe gelesen und bin auf deinen Blog spaziert
    Du bist eine bildhübsche junge Frau und bestimmt eine klasse Frau,aber weißt du das auch?
    Das Leben zu meistern heißt sich selbst zu lieben und anzunehmen.Mal 4 grade sein zu lassen und nicht immer gefallen zu wollen.Perfekt was ist das gibt es nicht.Fehler muß der Mensch machen nur so lernt er dazu.
    Und deine Family liebt dich mit Fehler und lieber gesund und lächelnd als perfekt sein zu wollen und krank.Du wirst gebraucht,ja aber als geliebter Mensch und nicht als Maschine.Schau in den Spiegel sag dir ich bin klasse,lächle dir zu und halt dir vor Augen du bist glücklich du hast ein süßes kind und einen liebvollen Mann und alles drumherum gehört zum Leben aber lass es nicht bestimmen.Lern nein zu sagen auch zu dir selbst.Zwing dich die Beine hochzulegen,geh mit deinem Kind raus,putzen kannste immer,genieße dein Leben deine Jugend und deine junge Family,viel zuschnell vergeht die Zeit.Und du kannst nichts verkehrt machen,du wirst instinktiv immer das richtige tun.Kopf hoch Brust raus du bist du und du bist toll.Punkt
    alles erdenklich Liebe wünscht dir Anita(Exelfe Bella Bionda)

    AntwortenLöschen
  2. Mein erster Gedanke beim Lesen war: Sarah ist vielleicht schwanger? Aber daran hast du bestimmt auch schon gedacht...g....was die dir angebotene Auszeit angeht: Küsse deinem Mann die Füße und nimm sie an!! Ich würde verschwinden, sofort und schnell....versuche die Stille und die Ruhe auszuhalten...nimm dir was du lesen mit, genieße den Wind, versuche zu schlafen, nimm dir Zeit für DICH!
    Ich habs vor fast genau einem Jahr so gemacht....und es hat mir gut getan.

    Wie immer du dich entscheidest...ich wünsche dir, dass du bald wieder zu dir findest.

    lg dir
    Veronika

    AntwortenLöschen
  3. Meine liebe Sarah!
    Ich hoffe doch sehr du bist in Büsum!
    Ich bin eben aus Hamburg zurück und es hat uns total gut getan mal 2 Tage ohne Kinder zu sein.
    Nachdem ich ja auch schon soweit wie du war und es immer noch nicht wieder gut ist mit mir, war das mal eine gelungene Auszeit für mich und meinen Mann.
    Wir quatschen dann , wenn du wieder da bist.
    Deine Kati

    AntwortenLöschen